Ed Wood (1994)

Regisseur: Tim Burton

Mit Sarah Jessica Parker, Johnny Depp, Martin Landau, Patricia Arquette, Bill Murray und.a.

CW: Periodentypische Transphobie
Ich habe schon einige Filme über Filme gesehen, und Ed Wood gehört definitiv zu den besten davon. Tim Burtons Biographie des schlechtesten Filmemachers aller Zeiten, der in den 50ern eine ganze Menge B-Movies drehte, schrieb und zuweilen auch selbst darin spielte, ist eine Liebeserklärung an Hollywood und den Film, an Außenseiter und Idealisten, an große Ideen und kleine Geldbeutel.

Edward D. Wood Jr. ist ein wenig erfolgreicher Film-, und Theaterregisseur, der vom großen Durchbruch träumt. In einem Film über einen Mann, der sich zur Frau umoperieren lässt (ich verwende hier die Sprache des Filmes) sieht er seine große Chance und gleichzeitig eine Möglichkeit, eine bislang geheimgehaltene Seite seiner Selbst zu leben, denn Ed trägt schon immer gerne Frauenkleider.
Und er gewinnt einen großen Star für den Film: Bela Lugosi- den er zufällig auf der Straße trifft und nach Hause fährt. Der mittlerweile den Drogen völlig verfallene, gealterte Ex-Gruselstar spielt von da an in mehreren von Ed Woods Filmen mit, inklusive seinem letzten Auftritt überhaupt, der erst posthum veröffentlicht wird.
Die Biographie folgt Ed Wood durch die Produktion mehrerer Filme, die Trennung von seiner ersten Frau und das Kennenlernen der letzten, bis zur Premiere seines wohl größten und bekanntesten Projektes und Bela Lugosis erwähntem letztem Auftritt, Plan 9 from outer space (ein absoluter Flop, der heutzutage einen gewissen Kultstatus hat. Der Film ist miserabel, ihr solltet ihn sehen).
Zwischendurch castet Wood Wrestler und nichtsahnende Chiropraktoren, „borgt“ Equipment von anderen Sets, lässt sich und seine gesamte Crew taufen um Geld von der Kirche zu bekommen und improvisiert allerlei anderen Schabernack.
Martin Landau spielt Bela Lugosi absolut fantastisch und Johnny Depp, lange bevor die Drogen eine Karikatur aus ihm gemacht haben, gibt einen herrlich motivierten, begeisterten, verrückten Visionär, der niemals einen Take wiederholt und kaum jemals an seinem Talent zweifelt, völlig egal, was die Presse schreibt.
Um das ganze etwas näher an die Zeit zu rücken in der es spielt, ist der Film in burtonuntypischem schwarz-weiß gedreht, und es steht ihm hervorragend.
Ganz ganz großes Kino.

9.5/10
Bechdel Test: Periodentypisch durchgefallen

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