
Regisseur: Leos Carax
Mit Eva Mendes, Denis Lavant, Kylie Minogue, Edith Scob u.a.
Holy Motors erzählt- nein, erzählt ist falsch, betrachtet einen Tag im Leben von Monsieur Oscar. In einer weißen Limousine fährt der Verwandlungskünstler von Auftrag zu Auftrag, schlüpft in die Rollen anderer Menschen, lebt deren alltägliches und außergewöhnliches, stirbt mehrmals, naja, und einmal ist er auch ein Friedhofskobold, der ein Model entführt. Das alles tut er im Sinne der Schönheit und Tragik menschlicher Beziehungen, als Künstler, als Vertreter einer aussterbenden Gattung von Idealisten, die die Menschlichkeit um ihrer selbst Willen, nicht aufgrund ihrer Vermarktbarkeit, wertschätzen.
Holy Motors ist ein sonderbarer Kunstfilm, und wer damit nichts anfangen kann, wird vermutlich nur den Kopf schütteln und bald abschalten.
Aber für diejenigen, die sich darauf einlassen möchten, findet sich zwischen den Zeilen ein Kommentar auf die Rollen, die wir alle in unserem Alltag spielen und auf das echte Leben, das nur dazwischen stattfindet. Ein kritischer Blick auf die Moderne, in der alles einfach, perfekt und vor allem beobachtbar sein soll. Ein Abgesang auf das große Kino des letzten Jahrtausends.
Und vermutlich noch einiges mehr, aber Holy Motors präsentiert viel und erklärt wenig, und so bleibt es den Betrachtenden selbst überlassen, ihren eigenen Sinn oder Unsinn darin zu finden.
9/10
Bechdel-Test: negativ
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