
Regisseur: Jeff Nichols
Mit Jessica Chastain, Michael Shannon, Shea Whigham und.a.
Als Curtis‘ (Michael Shannon) Alpträume beginnen, hält er sie für ebendas: nichts mehr als schlechte Träume vom einem Sturm. Doch bald beginnen die Eindrücke aus der Nacht in den Tag zu kriechen, Schmerzen, die er im Traum erleidet, plagen ihn auch am Tag, er erleidet Krampfanfälle, hört am hellichsten Tag bei strahlendem Sonnenschein den Donner aus seinen Träumen, beginnt diese für prophetische halten.
Aufgrund der Schozophrenie seiner Mutter beginnt er auch bei sich selbst eine psychische Krankheit zu befürchten. Nichtsdestotrotz baut er seinen Schutzbunker aus, um vor dem drohenden Sturm sicher zu sein. Und dennoch ist niemand vorbereitet, als er losbricht.
Regisseur Jeff Nichols lässt sich Zeit mit Curtis‘ Wahn, bietet dem Alltag der kleinen Familie mit Ehefrau Samantha (Jessica Chastain) und der hörbehinderten Tocher Hannah viel Raum, lässt Curtis‘ Umfeld langsam erst besorgt, dann skeptisch und schließlich wütend werden über sein zunehmend exzentrisches Verhalten.
Die Kamera begleitet die Charaktere aus nächster Nähe, mit vielen close-ups, die nicht nur die emotionalen Krisen, sondern auch die wirklich hervorragende Schauspielarbeit zur Geltung kommen lassen; und liefert einige wirklich großartig ausgearbeitete Bilder, wie die ungewöhnlichen Vogelschwärme, die Curtis zu verfolgen scheinen, und die sich formenden Tornados, die jederzeit am Rande der Wahrnehmungzu drohen scheinen.
Manchen mag der Film zu ruhig, zu langsam sein in seinem Aufbau- und wer einen dramatischen, risikoreichen Wahn sucht, wird hier nicht fündig werden. Nichols‘ Film überzeugt durch Nähe und Nachempfindbarkeit. Ganz schon heavy, wie Nic sagt.
9/10
Bechdel Test: definitiv bestanden
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