An elephant sitting still (2017)



Regisseur: Hu Bo
Mit Wang Yuwen, Peng Yuchang, Zhang Yu u.a.

Es sollte nicht möglich sein, dass jede Szene eines fast viertündigen Filmes perfekt ist- Hu Bo bewies das Gegenteil.
Ein stiller, langsamer Film über das Leben in einer anonymen chinesischen Millionenstadt, gefangen zwischen Aufbruch und Aufgabe. Die Geschichten von Wei Bu, der aus Versehen einen Mitschüler tötet; Huang Ling, deren Affäre mit einem Lehrer ans Licht kommt; Yu Cheng, dessen bester Freund Selbstmord begeht, als er herausfindet, dass Yu Cheng mit seiner Freundin schläft; und Wang Jin, dessen Familie ihn ins Altersheim abschieben will, verbinden sich untrennbar in einem gemeinsamen Ziel: In Manzhouli sitzt ein Elephant, still und reglos, tagein tagaus, und ignoriert die Welt um sich herum. Getrieben von der Vorstellung, dieses stille Spektakel zu sehen, bevor die Welt um sie herum zusammenbricht, machen sie sich auf den Weg.
Ausschließlich handheld gefilmt, mit vielen langen following shots, die sowohl die Determiniertheit als auch die Ziellosigkeit der Charaktere unterstreicht und unterlegt mit melancholischem post punk: So
verbringt man beinahe einen halben Tag mit ihnen, verläßt sie in stiller Katharsis- und hat sich doch so an sie gewöhnt, dass man kaum bereit ist, sie loszulassen.
Hu Bos erster und letzter Langfilm ist ein absolutes Meisterwerk und gleichzeitig ein nahegehender Abschiedsbrief. Er beging nur kurz nach Vollendung des Filmes im Alter von 29 Jahren Selbstmord.
10/10
Bechdel-Test: Bestanden

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