
Regisseurinnen: Danielle Krudy und Bridget Savage Cole
Mit Morgan Saylor, Sophie Lowe u.a.
Sea Shanties und Mord- was will man mehr?
Nach dem Tod ihrer Mutter stehen die Schwestern Priscilla und Mary Beth vor einem Haufen Scherben: Nicht nur das einzige Elternteil in ihrem Leben ist fort, sie können sich aufgrund der Schulden der Mutter auch das Haus nicht mehr leisten. Das kleine Fischgeschäft läuft nicht gut genug und eigentlich will Priscilla nur, das alles bleibt wie es ist, und Mary Beth nur weg. College, Reisen, egal, Hauptsache weg aus der kleinen Hafenstadt, an die nur die sterbende Mutter sie gekettet hat. Betrunken fährt sie mit einem Fremden los, doch sie kommen nicht weit: als sie sieht, dass er eine Waffe im Handschuhfach hat, will sie sich der Situation entziehen. Doch der Fremde wird aufdringlich. In Notwehr tötet Mary Beth ihn. Doch wohin mit der Leiche? Ein Glück hat sie eine ressourcenreiche ältere Schwester.
Doch aufgrund eines dummen Fehlers drohen die beiden aufzufallen. Und ihre Bemühungen, dem zu entgehen, ziehen sie immer weiter in die Geheimnisse und Intrigen der scheinbar so friedlichen Kleinstadt.
In Blow the man Down spielen Männer keine große Rolle. Während sie auf See sind, kümmern sich Frauen um die Geschäfte. Und die sind selbstverständlich ebenso in der Lage, falsch und grausam, mächtig und gierig, stark und kämpferisch zu sein.
Ohne wohlmeinenden Sexismus à la „wenn Frauen das Sagen haben, läuft alles besser“, aber mit generationenübergreifender Solidarität und unausgesprochener Gemeinschaft, düster und mit subtiler Komik ist Blow the man down ein unterhaltsamer Krimi, der altbekannten Handlungssträngen ein paar neue Twists verpasst.
Doch vorsicht, einen feministisch einwandfreien Streifen kann man trotz allem nicht erwarten.Ganz frei von patriarchalen Denkmustern ist er leider nicht: Sätze wie „lieber eins von [ihren] Mädchen (Prostituierte) als unsere eigenen Töchter“ stoßen sauer auf. Und auch wenn diese Denkmuster nur von der älteren Generation vertreten werden, bleiben sie unwidersprochen stehen, während die Jüngere Generation der Idee, die eigenen Eltern könnten etwas mit dem Bordell zu tun haben, mit Scham und Ablehnung begegnen. Solidarität mit Geschlechtsgenossinnen reicht eben doch nur bis zur eigenen Haustür.
7/10
Bechdel-Test: bestanden
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