Regisseur: Yann Demange
Mit Charlie Murphy, Jack O’Connel, Sean Harris, Barry Keoghan u.a.
Belfast 1971: Irland inmitten der „troubles“, der gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen den englischen Besatzern und der IRA, die für ein freies Irland kämpft.
Der junge britische Soldat Gary Hook wird nach Irland versetzt, eine Aussicht, die ihn wenig begeistert. Ung gleich bei seinem ersten Einsatz geht alles schief: aus einer routinemäßigen Hausdurchsuchung wird eine Straßenschlacht zwischen Armee, Polizei und Zivilisten, in Zuge derer Hook und ein Kamerad vom Rest ihrer Einhait getrennt werden. Als der Kamerad vor Hooks Augen erschossen wird, flüchtet er, allein schlägt er sich durch die Gassen der Stadt und versucht seinen Verfolgern zu entkommen, die auch ihn tot sehen wollen. Eine ganze Nacht ist er unterwegs, erfährt Hilfe und Verrat, wird Zeuge einer Bombenexplosion, wird verfolgt, verwundet, gefangen und befreit.
Absolut schonungslos und ohne überflüssigen Pathos zeigt ’71 die Realität der Aufstände: Das korrupte Militär ebenso wie die willentlich über Leichen gehende IRA, inklusive der traurigen Rolle der Kinder inmitten des Geschehens.
Die Kamera ist unruhig, bewegt sich suchend über die Szenen und bringt einen so ganz nah an Hooks verzweifelte Suche nach Sicherheit. Der Score ist kontrastierend ruhig und hintergründig, oft ganz abwesend, was den Film nur eindringlicher und realitätsnaher macht.
Wer einen möglichst relistischen Blick auf die Aufstände werfen möchte, ist mit diesem Indie weitaus besser bedient, als beispielsweise mit dem populären, aber schrecklich öden ‚Belfast‘ von Kenneth Branagh (2021).
9/10
Bechdel-Test: nicht bestanden

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