Shotgun Stories (2007)

Regisseur: Jeff Nichols
Mit Glenda Pannell, Michael Shannon, Michael Abbott Jr. u.a.

Son Hayes spuckt auf den Sarg seines Vaters.
Ein spontaner Akt der Rache an seinem Erzeuger, der ihn und seine Brüder einst mit einer überforderten jungen Mutter zurücklies, um sich der Abstinenz, dem Christentum und einer neuen Familie zuzuwenden.
Ein Akt des Widerstandes gegen das perfekte, bürgerliche Image, das der Vater kultivierte.
Ein Akt, der das ohnehin schon angespannte Verhältnis zwischen den Söhne aus dem alten und neuen Leben endgültig in blinden Hass umschlagen lässt, und eine Spirale an Gewalt lostritt, die unausweichlich scheint.

Gleichzeitig ist Shotgun Stories eine nüchtern-naturalistische Betrachtung der Armut in den strukturschwachen Regionen der USA. Nur einer der Brüder lebt in einem Haus, der jüngste schläft in dessen Garten im Zelt, der andere in seinem Van. Zwischen Scheißjobs, Arbeitslosigkeit und dysfunktionalen Familien ist ein optimistischer Blick auf die Zukunft kaum möglich.

Jeff Nichols low budget Drama wird getragen von einem zeitlosen retro-look- die Geschichte könnte sich irgendwann in den letzten 40 Jahren zugetragen haben-,  Michael Shannons hervorragendem Schauspiel und dem unerwartet starken Comedy-Faktor eines kaputten Autoradios.

9/10
Bechdel Test: durchgefallen
Warnung: Ein Hund stirbt (zum Glück off screen)

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