Regisseurin: Kelly Reichardt
Mit Lily Gladstone, Michelle Williams, Laura Dern, Kristen Stewart u.a.
Laura hat einen schwierigen Klienten und träumt von einer Welt, die sie ernst nimmt
Gina träumt vom perfekten Haus und einer Familie, in der sie sich angenommen fühlt.
Und die namenlose Rancherin träumt von einem Ende der Einsamkeit, und vielleicht von Elizabeth, der jungen Anwältin, die sie durch Zufall kennenlernt.
Certain Women wirft einen Blick in den Alltag dreier Frauen, die ebenso normal wie außergewöhnlich sind, und die vielleicht eben durch ihre Normalität außergewöhnlich werden.
Drei Frauen, die in Mitten ihres Alltages nach etwas suchen, nach etwas streben, und bereit sind, dafür zu kämpfen.
Die Episoden sind voneinander getrennt, die Frauen treffen sich niemals, sind nur verbunden durch die raue Wildnis des Nordwestens, in der sie leben. Sie sind getrennt durch Lebensentwürfe- und realitäten, durch Raum und vielleicht sogar Zeit.
Verbunden sind sie nur durch die Perspektive des Filmes, durch zarte Bilder und sanfte Instrumentierung; durch die Rollenbilder, die sie alle einengen und die Ketten, die sie sprengen.
Dabei sind die Episoden unabgeschlossen, aber nicht ziellos. Es gibt keine dramatischen Entwicklungen, sondern kleine Erfolge und Misserfolge und offene Enden.
Danach geht das Leben weiter, und das macht den Film ebenso realitätsnah wie besonders.
Kelly Reichard ist eine Meisterin des slow cinema, der ruhigen, naturalistischen Betrachtung der Welt, unaufgeregt und doch eindringlich. Ich werde vermutlich noch weitere Filme aus Ihrem Werk rezensieren, aber so viel sei schon einmal gesagt: wem Certain Women gefällt, wird auch ihre anderen Filme lieben.
9/10
Bechdel-Test: bestanden

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