Regisseur: Gaysorn Thavat
Mit Essie Davis, Thomasin McKenzie u.a.
Die wohnungslose Bunny lebt auf dem Sofa ihrer Schwester und verdient ihr Geld damit, an Ampeln Windschutzscheiben zu waschen- viel mehr ist ihr nicht möglich seit ihrer Haftentlassung, es fällt ihr schwer, wieder Fuß zu fassen in einer Normalität, die für Menschen wie sie keinen Platz zu haben scheint.
Ihre zwei Kinder sind in Obhut des Staates, nur unter strengen Auflagen und Beaufsichtigung darf sie sie überhaupt sehen.
Bunny, die ihre Kinder über alles liebt, würde alles dafür tun, wieder mit ihnen vereint zu sein- doch gerade, als sie ihre Schwester überzeugt hat, dass sie die Kinder mit zu ihr bringen könnte, wird sie Zeugin davon, wie der Freund der Schwester sich an deren Tochter im Teenageralter vergreift.
Bunny, die nicht anders kann als einzuschreiten, steht plötzlich ohne Obdach da, und ihre Kinder sind weiter entfernt denn je. In ihrer Verzweiflung geht sie über alle Grenzen, um sie zurückzubekommen.
The Justice of Bunny King spielt auf eindrückliche Art mit den Vorurteilen der Zuschauenden. Was zunächst wirkt wie eine instabile Frau, der die Kinder zurecht entzogen wurden, wird nach und nach, mit der Enthüllung ihrer Geheimnisse, ein Opfer eines Systems, das Frauen nicht glaubt und hilflos zurücklässt. Und dennoch sind die Längen, die sie bereit ist zu gehen, um ihre Kinder wiederzubekommen, teilweise unentschuldbar.
Doch wie weit wären wir selbst bereit zu gehen für die Menschen, die wir lieben, wenn alles und die Welt zwischen uns steht?
In dieser Geschichte gibt es keine einfachen Antworten, nur rohe Emotionen.
Und diese sind schauspielerisch derart mitreißend dargeboten und filmisch liebevoll inszeniert, dass man nur mitfiebern kann.
7.5/10
Bechdel-Test: bestanden

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