CW:Kindesmisshandlung
Regisseurin: Nadine Labaki
Mit Zain Al Rafeea, Yordanos Shifera, Cedra Izzam u.a
Zain wächst in bitterer Armut in den Straßen von Beirut auf. Bereits mit 12 Jahren ist er Hauptverdiener der Famile, bestehend aus seinen teilnahmslosen Eltern und unzähligen jüngeren Geschwistern, um die er sich kümmert.
Als seine Lieblingsschwester Sahar mit nur 11 Jahren verheiratet wird, flieht Zain aus dem trostlosen Zuhause.
Eine Weile kommt er bei Rahil und deren Baby Yonas unter. Doch Rahil ist illegal im Land- und bald sind Zain und Yonas auf sich allein gestellt.
Und nachdem alles gesagt und getan ist bleibt Zain nur noch ein Ausweg: Er verklagt seine eigenen Eltern, weil sie ihn auf die Welt gebracht haben, und ihn einem Leben überließen, das kein Kind führen sollte.
Capernaum ist Fiktion- und doch so nah an der Wahrheit. Zain Al Rafeea, der zum Zeitpunkt der Produktion selbst 12 Jahre alt war, spielt den starken, verzweifelten Jungen mit größter Überzeugungskraft: er selbst lebte als syrischer Flüchtling eine Weile auf den Straßen von Beirut.
Auch die anderen Schauspielenden haben Schicksale hinter sich, die die Grenzen zwischen Performance und Realität verschwimmen lassen.
Schon lange hat mir ein Film nicht mehr so die Schuhe ausgezogen.
Nichts für schwache Nerven.
9/10
Bechdel-Test: nicht bestanden

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